Das veränderte Körperbild nach einem Schlaganfall

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Mit einem Schlaganfall verändert sich vieles. Es kann zu Wahrnehmungsstörungen, Lähmungen, Sprachstörungen, Muskelanspannungen und vielem mehr kommen.  

Irgendwann kommt der Zeitpunkt an dem Betroffene von vielen Klinikaufenthalten zurück nach Hause kehren. Das ist der Zeitpunkt an dem eine etwas ruhigere Zeit anbricht. Eine Zeit in der man beginnt all das zu realisieren. Das Ausmaß der Einschränkungen wird den meisten erst zu Hause so richtig bewusst.

Viele Betroffene betonen, dass ihnen neben den motorischen Einschränkungen am meisten das veränderte Körperbild zusetzt. 

Das geht nicht nur Frauen so. Auch Männer berichten, dass es ihnen schwerer fällt morgens in den Spiegel zu sehen. Anstelle des „gewohnten Gesichts“ blickt ihnen nun ein durch eine Fazialislähmung verändertes Gesicht entgegen. „Bin das wirklich ich?“ Zuvor hat man sich noch über die zunehmenden Falten im Gesicht geärgert. Nun sehnt man sich nach diesen Zeiten zurück. Die Hälfte des Gesichts scheint wie eingeschlafen zu sein, zeigt keinerlei Regung oder Mimik. Man versucht zu lächeln, aber nur der eine Mundwinkel beginnt sich etwas zu heben. Die andere Seite hängt schlaff nach unten und macht keine Anstalten sich nach oben zu bewegen. „Scheiße, das gibt es doch nicht. Ich strenge mich doch total an, warum gelingt mir das nicht?“

Nicht wenige Betroffene meiden den Blick in den Spiegel. Können gerade in der Anfangszeit nicht mit der neuen Situation umgehen. Zu schwer fällt es jeden Tag aufs Neue mit der Tatsache konfrontiert zu werden einen Schlaganfall erlitten zu haben. 

Nicht nur eine Fazialislähmung kann das eigene Körperbild massiv verändern, auch körperliche Einschränkungen wie eine halbseitige Lähmung können zur Veränderung des Körperbilds beitragen. Vielleicht benötigen Sie derzeit einen Rollstuhl, weil das mit dem Laufen noch nicht so funktioniert wie Sie sich das vorstellen oder Sie sind auf eine andere Art von Hilfsmittel angewiesen. 

Es hat sich vieles verändert – nicht nur zum Positiven. Aber Sie sollten sich auf keinen Fall unterkriegen lassen!

Überlegen Sie sich: Was hat Ihnen vor dem Schlaganfall gut an Ihnen gefallen? Was hat dazu beigetragen, dass Sie sich in Ihrem Körper wohl gefühlt haben? Was hat Ihnen Sicherheit gegeben? 

Das könnten bei Frauen Dinge wie

  • eine schöne Frisur oder ein schöner Haarschnitt,
  • eine Creme,
  • Schminke oder lackierte Fingernägel,
  • Ohrringe,
  • eine bestimmte Kleidung,
  • ein feines Parfum,
  • duschen oder baden oder allgemein die Körperpflege
  • und vieles mehr sein.

Auch bei Männern gibt es Dinge, die zu ihrem Wohlbefinden beitragen wie 

  • eine bestimmte Frisur,
  • eine Creme oder ein bestimmtes Rasierwasser,
  • eine Rasur oder ein Bart,
  • gepflegte Fingernägel,
  • eine bestimmte Kleidung,
  • ein feines Parfum,
  • duschen oder baden oder allgemein die Körperpflege 
  • und vieles mehr.

Vielleicht ist bei den angeführten Stichpunkten das ein oder andere dabei, was Ihnen auch vor dem Schlaganfall wichtig war. Versuchen Sie an diesen Dingen festzuhalten. Auch wenn Sie jetzt sicherlich mehr Zeit für eine Tätigkeit benötigen als zuvor. Denn sich mit einer halbseitigen Lähmung zu rasieren oder zu schminken, erfordert nicht nur mehr Zeit, sondern auch Übung. Probieren Sie es aus! 

Vielleicht merken Sie, dass manche Dinge einfach nur ungeschickt für Sie sind beispielsweise das Tragen Ihrer Lieblingsbluse. Denn leider muss diese nach jedem Waschen gebügelt werden. Und nicht nur das. Sie hat auch noch wunderschöne, klitzekleine Knöpfe. Vielleicht werden Sie diese Bluse in Zukunft eher meiden, aber es gibt sicher Alternativen. Sie müssen ja nicht grundsätzlich auf Blusen verzichten. Vielleicht ist es möglich eine Bluse mit Knöpfen zu finden, die bügelfrei ist und bei der die obersten beiden Knöpfe offen getragen werden können? 

Kleiner Tipp: Es muss nicht immer alles neu sein. Viele Dinge lassen sich heutzutage auch online über ein Second-Hand Geschäft kaufen. Das schont nicht nur unseren Geldbeutel, sondern auch unsere Ressourcen. Sie können sich auf die Schulter klopfen, denn das bedeutet Nachhaltigkeit. 

Setzten Sie Prioritäten! Welche Dinge sind Ihnen wichtig? Was möchten Sie alleine verrichten? Bei welchen Dingen können Sie Hilfe durch Angehörige, Pflegedienste etc. in Anspruch nehmen?

Was könnte noch zu einem Wohlbefinden beitragen?  

Jeder von uns hat feste Rituale. Auch diese geben uns Sicherheit und tragen zu unserem Wohlbefinden bei. 

Das können schon kleine Dinge sein wie zum Beispiel zu welcher Tageszeit man duscht. 

Ich persönlich föne beispielsweise meine Haare nach dem Duschen im T-Shirt, wenn ich einen Pullover darüber ziehe und dann die nassen Haare in meinem Nacken kleben, trägt das zu einem großen Unwohlsein bei. Wieso erwähne ich das? 

Es ist sehr wichtig, dass Sie andere Personen davon in Kenntnis setzen, wenn Sie beispielsweise auf deren Hilfe bei alltäglichen Verrichtungen angewiesen sind.  Das kann ein Unwohlsein vorbeugen.

Hoffentlich können Sie das ein oder andere für sich ausprobieren und umsetzen. 

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