Sexualität nach Schlaganfall – Geht das?

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Sexualität nach Schlaganfall darf gelebt werden!!! Es bedeutet nicht, dass die Sexualität mit dem Schlaganfall aufgegeben werden muss. Im Gegenteil Sexualität ist so viel mehr. Sie verbindet, schafft Nähe, wirkt sich wohltuend auf unsere Zufriedenheit und unser Gemüt aus. Sexualität kann mit und ohne Partner/in gelebt werden.

Die Sexualität kann sich nach einem Schlaganfall verändern, denn es kann zu Einschränkungen kommen, die es vorher nicht gegeben hat.

Deshalb ist es sehr wichtig, sich zuerst einmal mit seinem eigenen Körper auseinander zu setzen. Was hat sich verändert? Wie reagiert mein Körper nach dem Schlaganfall auf  eine Berührung? Wie verhält sich dabei meine gelähmte Seite? Nimmt meine Muskelspannung bei Erregung zu? 

Es zeigt sich, dass die eigene Sexualität ganz neu entdeckt werden kann. Das ein Schlaganfall auch positive Veränderungen hervorrufen kann- Die intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper. 

Wie verhält sich mein Körper, was kann ich spüren, was ist angenehm und was unangenehm? 

Sie arbeiten nach einem Schlaganfall so viel an und mit Ihrem Körper wie sicher niemals zuvor. Denn wer hat im Alltag schon Zeit bestenfalls zwei Mal pro Woche intensiv in der Ergotherapie und zusätzlich in der Physiotherapie an seinen Wahrnehmungs- und Bewegungsfähigkeiten zu arbeiten? Hinzuspüren welche Auswirkungen Berührung, Druck oder Vibration auf den Körper hat? Diese Fähigkeiten können auch für die Sexualität genutzt werden. Sie sind der Experte! 

Erst wenn Sie selbst wissen was angenehm und was eher unangenehm ist, kann dies dem Partner/der Partnerin mitgeteilt werden. Viele haben Angst, dass der Partner/die Partnerin ihn oder sie nun nicht mehr als vollkommenen Menschen ansieht. Ihn womöglich als den „Kranken“ tituliert, der Schonung und Rücksichtsnahme verdient. 

Der Stellenwert der Sexualität ist nicht für jeden gleich. Es kann sein, dass der Schlaganfall auch als Grund genutzt wird, die gemeinsame Sexualität an den Nagel zu hängen. Wenn Sexualität von je her als „Pflicht“ angesehen wurde, liegt es Nahe, den Schlaganfall als Grund vorzuschieben nicht mehr mit dem Partner intim sein zu müssen. Das muss natürlich nicht immer sein.

Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin. Spielen Sie mit offenen Karten. Es gibt sehr viele Verunsicherungen und Ängste auf beiden Seiten. Auch Ihr Partner/Ihre Partnerin ist bei vielem verunsichert, möchte Sie vielleicht auch nicht drängen, oder denkt womöglich, dass Ihnen Sexualität schadet oder einen weiteren Schlaganfall verursacht. Dann sind die Beweggründe einer falschen Rücksichtsnahme geschuldet. 

Es wäre sehr schade, wenn Ihre Sexualität darunter leidet und jeder denkt er müsse auf den anderen Rücksicht nehmen. 

Miteinander zu sprechen kann wahre Wunder wirken. 

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